Der Laternenturm

  (1963-1967)

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Der Laternenturm
Erste Pläne

Der Turmsockel wurde zusammen mit dem Querschiff im zweiten und dritten Viertel des 13. Jahrhundert während des zweiten Bauabschnittes gebaut.  Der Oberteil mit hoher Spitze wurde erst Ende des 13. Jahrhunderts fertiggestellt.  Die leichte elegante Konstruktion mit durchbrochenen Mauern, der instabile Boden sowie wiederholte Blitzeinschläge und Stürme führten zu ernsthaften Standsicherheitsproblemen. Dies hatte bedeutende Folgen. Bereits im 14. Jahrhundert mußten die vier Turmpfeiler mit einer schweren Ummantelung aus Tournaier Stein verstärkt werden. Gleichzeitig wurde die erste Turmgliederung zugemauert und seitdem wurden fast systematisch Stätzmauern gebaut.

Das Gewölbe, mit dem der Turm 1658 von innen ver-schlossen wurde, wurde während der Restaurierung ent-fernt, um den Laternenturm mit typischem Lichteinfall in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen. Der Konkurs des ersten Bauunternehmers führte dazu, daß mit den Restaurierungsarbeiten erst im August 1963 angefangen werden konnte. Mit diesen Arbeiten wurde das Unter-nehmen NV Vanderkerckhove aus Ingelmunster beauf-tragt, das übrigens neben dem Turm später auch die Restaurierung des Kreuzschiffes und des Chores durch-führte.  Der Laternenturm mit seiner klaren Struktur und ge-schmackvoll zusammengesetzten Fenstern und Schallöff-nungen verleiht der gesamten Kirche einen vornehmen Charakter. Von innen wirkt er mit seinem Lichteinfall wie eine wirkliche Laterne. Er ist für die kirchliche Architektur-geschichte unserer Gebiete von außergewöhnlicher Bedeutung.

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.In erster Stelle wurde eine vorläufige Befestigung mit fünf schweren Stahlgürteln um den Turmrumpf durchgeführt. Für die eigentliche Restaurierung wurde eine moderne Technik angewendet, indem auf den Niveaus + 24 m, + 33 m und + 44 m Gürtel aus Spannbeton angebracht wurden. Jeder Gürtel setzte sich zusammen aus 71 Betonblöcken und vier Eckblöcken, die durch 14 Spannseilen aus hochwertigem Stahl verbunden waren.

Die vier baufälligen Ecktürmchen wurden vollständig neugebaut und die Wände des Turmrumpfes restauriert. Die Fenster der zweiten Turmgliederung, die seit Jahr-hunderten verschlossen waren, wurden wieder geöffnet und verglast. Anhand wiedergefundener Fragmente konnten die Schallöffnungen in ihrer ursprünglichen Form rekonstruiert werden. Um die vertraute Silhouette nicht zu verändern, wurde die Turmspitze erneuert in ihrer erniedrigten Form, so wie sie 1674 nach einem Sturm-schaden gebaut worden war. Die Restaurierung des Turmes wurde am 31. Juli 1967 abgeschlossen.