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Das Querschiff wurde während des zweiten Bauabschnittes im zweiten und im
dritten Drittel des 13. Jahrhunderts gebaut. Die Architektur hat sich,
verglichen mit dem Kirchenschiff (erster Bauabschnitt), stark entwickelt.
Das Linienspiel ist viel leichter, die Mauern sind durchbrochen, die
vertikale Bewegung betont. Auch hier ergaben sich
Standsicherheitsprobleme. Die leichte Konstruktion, die geringe Tragkraft
des Bodens und das angewandte Fundamentsystem führten bald zu neuen
Rissen und Bodensenkungen, insbesondere an den Frontmauern und den
Ecktürmen der Querschiffarme.

1950 mußte der südliche Querschiffarm sogar mit einem Trägergerüst
gestützt werden.
Die Frontmauern und die Kirchentürmchen mußten neue Fundamente erhalten.
Diese Fundamente bestehen pro Frontmauer aus 32 gebohrten Pfeilern mit
einem Durchmesser von 45 cm. In der Ecke zwischen dem nördlichen
Seitenschiff, dem nördlichen Querschiff und dem Turm wurden Zeugen des
früheren Zustandes erhalten und sichtbar gelassen. Man kann dort deutlich
die Form der ursprünglichen leichten Vieringpfeiler sowie den Bogen über
die frühere Galerie des Seitenschiffes und die angeglichene Form des
Triforiums sehen.
Bei der Restaurierung des Querschiffes mußte man bereits ein Problem
berücksichtigen, das sich auch während der weiteren Restaurierung
stellen würde: die Struktur des Tournaier Stein, der insbesondere bei
Querverlegung verheerende Auswirkungen zeigt, nämlich das Platzen der
Steinschichten, wodurch diese dann unbrauchbar wird. Es geht hier um ein
rein technisches Problem, das die Anwendung einer gesamten Restaurierung
(d. h. maximale Erhaltung) so erschwert. Eine Verstärkung mit
Steinfestiger ist bei Tournaier Stein ausgeschlossen. Die Restaurierung
mit Reparaturmörtel und verleimtem Stein wurde erst später angewandt bei
der Restaurierung des Schiffes. Bei den Arbeiten für das Querschiff hat
man somit eine archäologische Restaurierung gewählt, wie dies auch der
Fall sein wird für das Chor. Die archäologischen Untersuchungen von
Professor De Smidt hatten diesbezüglich reichlich Informationen
zusammengetragen.
Die Restaurierung des Querschiffes umfaßte insbesondere: die Entfernung
der baufälligen Dächer, Frontmauern und Ecktürmchen des Querschiffes,
den Abriß der vier Häuser entlang des nördlichen Seitenschiffes, die
Ab-sicherung der Mauern sowie das Abstützen der Gewölbe; die
Konstruktion eines Pfahlfundaments unter den Frontmauern und den Türmchen
des Querschiffes nach dem bereits erwähnten Verfahren; der Wiederaufbau
der Mauern und Ecktürme; die Restaurierung der Dach-konstruktion, der
Gewölbe und der Seitenmauern des Querschiffes; die Innenarbeiten und die
Innenposamente.
Die Restaurierung des Querschiffes wurde abgeschlossen am 29. September
1973.
Von außen her betrachtet, macht das Querschiff einen hochgewachsenen
Eindruck.
Die Flankiertürmchen an der Nord- und Südfront tragen in starkem Maße
dazu bei. Im Innern ist es mit seinen Durchgängen, die ein Spiel von
Tiefenlinien vermitteln, und mit den gut abgestimmten
Blindnischenverzierungen, eine bemerkenswerte architektonische Leistung.
Dazu kommt noch die Laterne, die im Inneren eine besondere Atmosphäre und
für wechselnde Wirkungen bei Licht-einfall sorgt.
DER CHOR (1975 - 1986)
Der durch drei Schiffe flach abgeschlossene Chor wurde während des
zweiten Bauabschnittes im zweiten und dritten Viertel des 13. Jahrhunderts
gebaut. Die Kirche erreichte zu dem Zeitpunkt ihre vollkommene Form und
ist eine Perle der Scheldegotik.
Anfang des 14. Jahrhunderts ging man bereits weiter, und der Chor wurde
mit zwei Travéen, Seitenkapellen und Kranzkapellen erweitert.
Die Fertigstellung der oberen Teile erfolgte im 15. Jahrhundert mit
Ledischem Sandstein. Dies mußte auch bei der Restaurierung
berücksichtigt werden. Die Hinzufügung von Kapellen und die spätere
Erhöhung der Seitendächer 1672 waren der makellosen Einheit der Kirche
nicht dienlich.
Das Innere wurde noch weiter verstümmelt während der Bilderstürme 1566
und 1578 -1584 und nicht zuletzt durch die große
"Barockisierung" des 17. und 18. Jahrhunderts, wobei das gesamte
Innere verputzt und das Triforium zugemauert wurde. Der Charakter des
Chores wurde somit vollständig geändert. Bei der Restaurierung wurden
lediglich die Gewölbe erneut verputzt.
Die Restaurierung des Chores umfaßte insbesondere folgende Abschnitte:
die Entfernung der erhöhten Seiten-dächer, die die dreiteiligen
Oberlichter teilweise verdeckten; die Wiederherstellung der
Dachkonstruktion, Oberlichter und Säulen; die Restaurierung der Mauern
und des Triforiums; die Restaurierung von Strebepfeilern und Luftbögen;
die Angleichung der Dachkonstruktion oberhalb der Kranzkapellen; die
Erneuerung der breiten Fenster, die mit Maßwerk ausgestattet wurden; die
Installation der Bodenheizung und Verlegung des Chor-bodens. Die
Restaurierung des Chores wurde am 10. November 1986 abgeschlossen. |
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Erwähnenswert
ist, daß die Maurer während der Arbeiten in der angebauten Achsekapelle
wunderbare Deckgemälde aus dem 15., aus dem Ende des 16. und der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts entdeckten. Sie wurden restauriert. Überdies
wurden die Baldachine an den Säulen anhand von entdeckten Bruchstücken,
zurückgehend bis Mitte des 13. Jahrhunderts, rekonstruiert. In der
Füllung der Chormauer wurden skulptierte Konsolen (falsche Spucker aus
dem dritten Viertel des 13. Jahrhunderts) gefunden. Die bemalten Gräber
unter dem Boden des Chores wurden an Ort und Stelle
belassen. Zwei Glas-in-Blei-Fenster von Capronnier aus der Mitte des 19.
Jahrhunderts wurden im Sankt-Lukas-Institut restauriert.
Auch wenn der Chorumgang als jüngster Anbau sich vom Rest des Gebäudes
ziemlich unterscheidet, hat er doch etwas Besonderes. Bei sehr vielen
Details hat man sich nach der sich fortentwickelnden Architektur von
Tournai gerichtet. Sowohl der Grundriß als auch der Aufriß des
Chorumganges, sogar die Raumtrapeze, entsprachen, gewiß in einem
kleineren Mabstab, denen der Bischofskathedrale. Von außen her
betrachtet, macht das Querschiff einen hochgewachsenen Eindruck.
Die Flankiertürmchen an der Nord- und Südfront tragen in starkem Maße
dazu bei. Im Innern ist es mit seinen Durchgängen, die ein Spiel von
Tiefenlinien vermitteln, und mit den gut abgestimmten
Blindnischenverzierungen, eine bemerkenswerte architektonische Leistung.
Dazu kommt noch die Laterne, die im Inneren eine besondere Atmosphäre und
für wechselnde Wirkungen bei Licht-einfall sorgt.
DER CHOR (1975 - 1986)
Der durch drei Schiffe flach abgeschlossene Chor wurde während des
zweiten Bauabschnittes im zweiten und dritten Viertel des 13. Jahrhunderts
gebaut. Die Kirche erreichte zu dem Zeitpunkt ihre vollkommene Form und
ist eine Perle der Scheldegotik.
Anfang des 14. Jahrhunderts ging man bereits weiter, und der Chor wurde
mit zwei Travéen, Seitenkapellen und Kranzkapellen erweitert.
Die Fertigstellung der oberen Teile erfolgte im 15. Jahrhundert mit
Ledischem Sandstein. Dies mußte auch bei der Restaurierung
berücksichtigt werden. Die Hinzufügung von Kapellen und die spätere
Erhöhung der Seitendächer 1672 waren der makellosen Einheit der Kirche
nicht dienlich.
Das Innere wurde noch weiter verstümmelt während der Bilderstürme 1566
und 1578 -1584 und nicht zuletzt durch die große
"Barockisierung" des 17. und 18. Jahrhunderts, wobei das gesamte
Innere verputzt und das Triforium zugemauert wurde. Der Charakter des
Chores wurde somit vollständig geändert. Bei der Restaurierung wurden
lediglich die Gewölbe erneut verputzt.
Die Restaurierung des Chores umfaßte insbesondere folgende Abschnitte:
die Entfernung der erhöhten Seiten-dächer, die die dreiteiligen
Oberlichter teilweise verdeckten; die Wiederherstellung der
Dachkonstruktion, Oberlichter und Säulen; die Restaurierung der Mauern
und des Triforiums; die Restaurierung von Strebepfeilern und Luftbögen;
die Angleichung der Dachkonstruktion oberhalb der Kranzkapellen; die
Erneuerung der breiten Fenster, die mit Maßwerk ausgestattet wurden; die
Installation der Bodenheizung und Verlegung des Chor-bodens. Die
Restaurierung des Chores wurde am 10. November 1986 abgeschlossen..

Erwähnenswert ist, daß die Maurer während der Arbeiten in der
angebauten Achsekapelle wunderbare Deckgemälde aus dem 15., aus dem Ende
des 16. und der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entdeckten. Sie
wurden restauriert. Überdies wurden die Baldachine an den Säulen anhand
von entdeckten Bruchstücken, zurückgehend bis Mitte des 13.
Jahrhunderts, rekonstruiert. In der Füllung der Chormauer wurden
skulptierte Konsolen (falsche Spucker aus dem dritten Viertel des 13.
Jahrhunderts) gefunden. Die bemalten Gräber unter dem Boden des Chores
wurden an Ort und Stelle
belassen. Zwei Glas-in-Blei-Fenster von Capronnier aus der Mitte des 19.
Jahrhunderts wurden im Sankt-Lukas-Institut restauriert.
Auch wenn der Chorumgang als jüngster Anbau sich vom Rest des Gebäudes
ziemlich unterscheidet, hat er doch etwas Besonderes. Bei sehr vielen
Details hat man sich nach der sich fortentwickelnden Architektur von
Tournai gerichtet. Sowohl der Grundriß als auch der Aufriß des
Chorumganges, sogar die Raumtrapeze, entsprachen, gewiß in einem
kleineren Mabstab, denen der Bischofskathedrale

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