Entstehung der Pfarrei

 

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Entstehung der Pfarrei

In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstand im Stadtgebiet die erste eigene Pfarrkirche, die Sankt-Johannes-Kirche (jetzt die Sankt-Baafs-Kathedrale). Von dieser ältesten Stadtpfarrei, die zum kirchlichen Rechtsgebiet der Sankt-Peter-Abtei gehörte, wurden Ende des 11. Jahrhun-derts neue Pfarreien abgespaltet, die von Sankt-Jakob und kurz darauf die von Sankt-Nikolaus, am rechten Ufer der Leie. Die andere große Genter Abtei, die Sankt-Bavo-Abtei, ließ als Gegenzug zur Sankt-Nikolaus-Kirche auf ihrem Gebiet am anderen Ufer der Leie die Sankt-Michael-Kirche bauen. Der Bau verschiedener neuer Kirchen illustriert die dynamische Entwicklung der städtischen Niederlassung. Die Bevölkerung wuchs, aber wurde auch reicher und blühende Stadtviertel wollten eigene Gebetshäuser.
Die Sankt-Nikolaus-Pfarrei war zwar flächenmäßig klein, aber sehr günstig gelegen im Handelszentrum an dem belebten Kornmarkt in der Nähe des Leie-Hafens und einiger bedeutender Zufahrtsstraßen.
 Die Kirche war den Umständen gerecht dem heiligen Nikolaus von Myra, Schutzheiliger der Schiffer, der Bäcker, der Krämer und der Händler, gewidmet.
Da Gent die Getreidelagerrechte ganz Flandern erhielt, waren die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Entwicklung der Sankt-Nikolaus-Kirche zu einem außer-ordentlichen Gebäude gegeben. Die Stadträte von Gent verliehen im 13. Jahrhundert dem Turm der Pfarrkirche die Funktion eines Bellfriedes und unterstützten mit finanziellen Mitteln seine Errichtung.
Mittlerweile waren dem jetzigen Gebäude schon zwei Gebäude vorangegangen: ein erstes wurde durch Feuer vernichtet am 4. Mai 1120 und das zweite wurde seit 1200 allmählich abgerissen.