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Als Folge der französischen Revolution wurden alle
Kirchen in Gent geschlossen. Die Stadtverwaltung machte sogar den
Vorschlag, in der Sankt-Nikolaus-Kirche ein Getreidelager unterzubringen.
Soweit kam es schlieb-lich nicht. 1800 wurden die Türen erneut für den
Gottes-dienst geöffnet. Die Kirche befand sich in einem jämmerlichen
Zustand. Während der Revolution wurde vieles gestohlen, wie
Mobiliarelemente, Skulpturen, das Doxale, Kapellenabschlüsse,
Beleuchtungsarmaturen.
Der Stadtarchitekt Pierre Jean De Broe baute 1822 ein
neues Doxale; 1856 wurde es durch ein neogotisches Exemplar ersetzt. Es
wurden eine Reihe neuer schmiedeeisener Kapellengitter in jungem
neogotischen Stil, zusammen mit monumentalen Beleuchtungsarmaturen
und Chormobiliar in
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Louis-Philippe-Stil, angeschafft. Einer
der bedeutendsten belgischen Glaser aus der 1. Hälfte des 19.
Jahrhunderts, Jean-Baptiste Capronnier, schuf zwei außerordentlich reich
verzierte Glasfenster.
Die ersten Spuren historischen
Interesses für die Sankt-Nikolaus-Kirche als Gebäude datieren aus 1840.
Der städtische Ausschuß für Denkmäler und Stadt-geschichte bat Jules
de Saint-Genois und Auguste van Lokeren, ein Gutachten über den Zustand
der Kirche zu erstellen. Richtig kümmern um die Kirche tat man sich erst
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter dem Einfluß der
neogotischen Restaurierungs-architekten. Kennzeichnend für diesen
Zeitraum ist, daß man sich damals weniger befaßte mit der sehr reichen,
sehr variierten und überwiegend aus dem 17., dem 18. und dem 19.
Jahrhundert stammenden Dekoration der Kirche. Die Restaurierungsgeschichte
zeigt, daß diese historische, sehr wertvolle Dekoration in den letzten
Jahren neben dem Bauaspekt mehr und mehr Aufmerksamkeit genießt.

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